Slow Fashion: Es gibt viele Gründe sich dafür zu entscheiden

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Slow Fashion wird mittlerweile und Gott sei Dank von immer mehr Konsumenten und Konsumentinnen unterstützt. Denn sie ist die Gegenbewegung zur sog. Fast Fashion. Doch worin unterscheidet sich Slow Fashion von Fast Fashion und warum macht es Sinn, sich der langsamen Mode zuzuwenden?

Was ist eigentlich Slow Fashion?

In den letzten Jahren ist ein Ruck durch die Modebranche gegangen. Denn die negativen Auswirkungen der schnellen Modebranche auf unseren Planeten sind enorm. In der sog. schnellen Mode - auch Fast Fashion genannt - wird auf Umwelt, Tierwelt als auch auf soziale Gerechtigkeit der Mitarbeiter wenig bis keinen Wert gelegt. Es wird schnell und vor allem auch viel produziert um den Konsumenten zu befriedigen und zum ständigen Konsum aufzufordern.

Doch immer mehr Modehersteller setzen auf einen nachhaltigeren Ansatz bei dem der Respekt vor unserem Planeten, unserer Tierwelt und eine gerechte Behandlung bzw. Bezahlung der Mitarbeiter eine wichtige Rolle spielen. So entstand die Slow Fashion Idee.

Der Anfang der Slow Fashion Idee

Slow Fashion geht mit dem Bewusstsein und der Einstellung an Mode heran dass die zur Herstellung benötigten Rohstoffe nachhaltig eingesetzt werden müssen um unseren Planeten nicht noch mehr zu belasten.

Der Fokus der Slow Fashion Idee liegt also in dem ganz bewussten Ansatz der Nachhaltigkeit. Gleichzeitig wird Wert auf eine sehr hohe Qualität der Mode gelegt, damit diese lange getragen werden kann. Auch faire Bezahlung und Behandlung der jeweiligen Mitarbeiter ist ein wichtiger Punkt in der Slow Fashion. Fair zum Planeten, den Tieren und den Menschen.

Der Begriff Slow Fashion wurde von Kate Fletcher vom Zentrum für nachhaltige Mode geprägt. Der Begriff wurde aus der Bewegung des Slow Foods abgeleitet, da hier die gleichen Prinzipien dahinter stehen.

Die langsame Mode ist das Gegenstück zur schnellen Mode, welche wir seit ca. 20 Jahren als Modell auf unserem Markt vorfinden. Slow Fashion ist ein extrem wichtiger Gegenpol zur schnelle Mode bei der es ausschliesslich - wie der Name schon sagt - ums schnelle und vor allem auch ständige Konsumieren geht. Doch die Fast Fashion Labels wie H&M und viele, viele mehr haben das Problem dass sie viel zu viel produzieren und hunderte von Tonnen Kleidung im Jahr wegschmeissen oder verbrennen müssen. Abgesehen davon wird natürlich auch keinen Wert auf Pestizidfreie und nachhaltige Rohstoffe gelegt, das gleiche gilt für eine faire Behandlung ihrer Mitarbeiter.

Die Slow Fashion hat dieses Problem schon lange erkannt und möchte einer Überproduktion, den sich ständig wechselnde Kollektionen, dem Einsatz Pestizid verseuchter Rohstoffe, der unfairen Behandlung der Mitarbeiter, dem wenig nachhaltigen Ansatz in der Produktion sowie den sich ständig ändernden Modetrends entgegen wirken.

Slow Fashion als wichtige Gegenbewegung zur Fast Fashion

Anstatt ständig neue und sehr oft minder hochwertige Mode zu produzieren, setzt die langsame Mode auf eine nachhaltige und wenn möglich auch lokale Produktion in Verbindung mit einer hochwertigen Qualität die man lange tragen kann.

Weniger Kleidungsstücke im Schrank - hier kommen wir zum sog. Wardrobe Konzept - dafür aber hochwertige und vor allem auch nachhaltig produzierte Mode ist die Kernidee der Slow Fashion. Wenige Kollektionen in oftmals zeitlosen Farben und Design machen das Konzept zudem interessant.

Was zeichnet die Slow Fashion aus?

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  • Es wird aus hochwertigen und nachhaltigen Rohstoffen produziert

  • Oftmals mit Upcycling Verfahren

  • Keine Modeketten, die Mode wird entweder in kleinen Boutiquen oder online angeboten

  • Wenn möglich lokale Produktion oder faire Produktion im Ausland

  • Wenige und kleine Kollektionen in oftmals zeitlosem Stil

  • Faire Behandlung der Mitarbeiter

  • Kleine Produktionen und Betriebsstätte

  • Oftmals vegan

Wie verändert der langsame Ansatz die Mode Industrie?

Der Ansatz der Slow Fashion wirft das bisher bekannte Konzept der schnellen Mode komplett über den Haufen. Zum einen wird der Konsument zum Umdenken herausgefordert, zum anderen zwingt es aber auch die Hersteller sich um sehr vieles Gedanken machen zu müssen. Ständig neues zu produzieren, alle zwei Monate eine neue Kollektion, Hauptsache günstig, ohne Nachdenken der Konsequenzen für die Umwelt und vieles mehr gehören für die langsame Mode der Vergangenheit an.

Sicherlich ist es noch ein langer Weg zu gehen, doch der Anfang ist gemacht und findet nach und nach auch immer mehr Anhänger. Hat es im Kopf beim Konsumenten erst einmal Klick gemacht, ist schon ein gutes Stück Arbeit getan. Weniger kaufen, bewusster kaufen, länger tragen, die Kleidungsstücke untereinander kombinieren, nicht jedem Modetrend und jedem Ausverkauf folgen und vieles mehr sind die positiven Konsequenzen wenn man sich dem Prinzip der Slow Fashion anschliesst.

Die Hersteller der Slow Fashion haben sich ganz bewusst für mehr Nachhaltigkeit entschieden und möchten mit ihrem Engagement dem Planeten nicht noch mehr aufhalsen als er ohnehin schon zu bewältigen hat.

Was bedeutet es für mich als Konsument wenn ich der Slow Fashion Bewegung folge?

Wir als Konsumenten können eine entscheidende Rolle spielen in wie weit nachhaltig produzierte Mode Anklang findet. Denn sobald wir uns gegen einen ständigen und unkontrollierten Konsum entscheiden gehen wir automatisch schon einmal den Weg in Richtung Nachhaltigkeit. Unterstützen wir dann bei einem nächsten Kauf auch noch ein nachhaltiges Modelabel und geben unser Geld nicht der schnellen Modeindustrie, haben wir einen weiteren Schritt in die richtige Richtung getan.

Doch es heisst für uns als Konsument dass wir konsequent umdenken und uns von unseren herkömmlichen Konsumverhalten abwenden. Weniger dafür aber bewusst kaufen sind die zwei Grundbausteine um auch im Kleiderschrank etwas nachhaltiger zu werden.

Wer sich von der Fast Fashion abwendet wird auch eine Erleichterung feststellen. Denn der Druck sich ständig nach dem neuesten Modetrend zu kleiden entfällt völlig. Die Slow Fashion regt dazu an dass man seinen ganz eigenen Stil finden kann. Das macht nicht nur richtig Spass, sondern lässt auch unser Selbstbewusstsein wachsen. Sich frei fühlen von Trends, seinen eigenen Weg gehen, auch in der Mode.

Warum ist das Argument dass ich mir Slow Fashion nicht leisten kann falsch?

Wer hochwertige Ware aus nachhaltigen Rohstoffen produziert, kann logischerweise nicht mit den gleichen Preisen der Fast Fashion konkurrieren. Doch das heisst noch lange nicht dass Konsumenten mit einem schmaleren Budget sich keine Slow Fashion leisten können.

Denn dadurch dass wir viel weniger oft etwas kaufen und dieses zudem auch viel länger als nur eine Saison tragen können, gleicht den Geldbeutel wieder aus. Natürlich kann ich mir dann für mein gesetztes Budget nicht 10 Kleidungsstücke bei H&M kaufen, sondern vielleicht nur ein einziges, dafür aber nachhaltig hergestelltes bei einem grünen Fashion Label. Sobald ich umdenke und mit weniger zufrieden bin, gilt das Argument dass ich mir nachhaltig hergestellte Kleidung nicht leisten kann nicht mehr. Und für kleinere Geldbeutel gibt es auch grüne Labels die nicht die Welt kosten…