Deutsche faire Öko Mode Labels die der Fast Fashion vieles voraushaben

20150720-032A9634-Edit.jpg
 

Umweltbewusstsein, sozioökologische Aspekte und Nachhaltigkeit gewinnen heute auch in der Mode Branche immer mehr an Bedeutung. Klar ist, unser Planet leidet. Es muss ein Umdenken stattfinden und dabei können die Kleiderindustrie sowie der Endverbraucher einen wichtigen Beitrag leisten.

Dokumentarfilme wie „The True Cost – Der Preis der Mode“ beleuchten, die Erschöpfung der Ressourcen auf unserer Erde und die schlechten Arbeitsbedingungen in der Textilbranche. Dabei gilt, möglichst günstig zu produzieren, so dass die Kleidung dementsprechend preiswert an den Kunden weitergegeben werden kann.

In Rana Plaza in Bangladesch stürzte im April 2013 ein neunstöckiges Geschäftsgebäude ein. Dabei kamen 1.100 Textilarbeiter-/innen ums Leben und über 2.200 weitere wurden verletzt. Sie sind nur ein Teil der über 4 Millionen Arbeiter der Bekleidungsindustrie in Bangladesch und nur ein Teil aller Textilarbeiter-/innen auf der Welt. Dieser Vorfall hat Verbraucher auf der ganzen Welt zum Nachdenken angeregt.

Wer stellt die Kleidung her, die wir tragen und unter welchen Bedingungen?

Als Verbraucher handeln wir immer bewusster, sei es in der Ernährung oder bei unseren Einkäufen. Das zeigt sich auch in der Bekleidung. Es wird immer mehr Wert auf Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit gelegt. Dabei spielen auch die Zertifikate eine immer grössere Rolle, um dem Kunden eine gewisse Sicherheit zu geben, nachhaltig und sozioökologisch einzukaufen.

Der Trend in der Modebranche geht derzeit ganz klar in Richtung „Slow Fashion“ und weg von der „Fast Fashion“. Es wird auf Langlebigkeit und Qualität gesetzt. 

Mittlerweile gibt es viele Modelabels, die sich genau diesen Vorsatz zum Ziel genommen haben: Moderne und Stilvolle Mode nachhaltig und soziökologisch zu produzieren. 

Die nachfolgend aufgeführten 10 Unternehmen sind einige Beispiele unter den Öko-Modelabels als Alternative zu Fast-Fashion. Alle Unternehmen bringen ihre gemeinsame Mission in ihren Produkten auf verschiedene Weise zum Ausdruck. 

10 Faire und nachhaltige deutsche Modelabels die uns gut gefallen

  • Armedangels

ArmedAngels Jeansjacke

ArmedAngels Jeansjacke

Bei „Armedangels“, eines der bekanntesten Modelabels im Fair-Fashion-Bereich aus Köln, wird  Nachhaltigkeit gross geschrieben. Verwendet werden Polyester aus recycelten Plastikflaschen, Bio-Leinen, Bio-Wolle, Bio-Baumwolle und Lyocell, eine besonders nachhaltige Cellulosefaser aus Holz. Sie sind seit 2011 GOTS zertifiziert und tragen das Fairtrade Label.

Veganer kommen hier ebenfalls auf ihre Kosten. 90 % der Mode von Armedangels ist vegan und trägt die PETA Zertifizierung. 

Ein anderer nachhaltiger Aspekt: Sie verwenden schadstofffreies und ökologisches Graspapier anstatt Karton um ihre Mode zu versenden.  

  • ThokkThokk

Eine echte Alternative zur Fast Fashion ist ThokkThokk aus München. Ein markantes, minimalistisches und energiegeladenes Grafikdesign kombiniert mit dem Sinn für Nachhaltigkeit und einer fairen Preispolitik.

Alle Kleidungsstücke werden nach höchsten bio-fairen Standards designt und hergestellt. Die Produktion ist vorwiegend in Indien, wo auch die Bio-Baumwolle gewonnen wird. Diese wird nur von Das Eco-Label ist GOT und teilweise die Fairtrade zertifiziert und setzen sich aktiv gegen Kinderarbeit ein.

Die charakterstarken Prints, welche das Label auszeichnen, werden per Sieb- und Digitaldruck in Indien, bei Partnerdruckereien in Deutschland und auch höchst persönlich in München auf die Textilien übertragen.

  • Eterna

Das Modeunternehmen Eterna aus Passau produziert seit über 150 Jahren hochwertige, moderne Businesslooks. Die Produktion erfolgt klimaneutral, denn Eterna kompensiert den CO2-Ausstoss indem das Label verschiedener Umwelt- und Klimaschutzprojekte finanziell unterstützt. 

Ihre Produkte tragen seit 2000 das Produktlabel von OEKO-TEX® 100plus und sind seit 2005 zusätzlich auch „Made in Green“ zertifiziert.

Eterna setzt zudem auf Transparenz. Sie sind eines der ersten Modeunternehmen, das einen vollen Einblick in die gesamte Lieferkette bietet. Ganz einfach kann jeder mit Eingabe der EAN-Nummer im Web bei „Good Shirt“ die Produktionsschritte nachverfolgen.

  • Pearls of Laja

Das Bio-Modelabel Pearls of Laja stellt Damenjeans her mit dem Ziel, dass für jeden Figurtyp das passende Model dabei ist, auch in grössere Grössen. Die trendigen Jeans aus Denim-Stoff werden alle in  Deutschland und Europa nach strengen ökologischen Richtlinien produziert.

Ihr Hauptaugenmerk bei der Herstellung liegt auf der Verwendung von ausschliesslich GOTS-zertifizierter Biobaumwolle und einer trendgerechten Wasch Optik, die schonenden und schadstofffrei ist.

Jede Jeans wird in eine wiederverwendbaren Denim Henkeltasche verpackt um an Verpackungsmaterialien zu sparen. Zudem achtet Pearls of Laja darauf, Transportwege möglichst gering zu halten.

  • TRIPLE 2

Hinter dem Label Triple2 stehen echte Outdoorfans und vor allem leidenschaftliche Biker. Daraus ist dieses Öko-Label mit ihrer schöne Outdoor- und Sportbekleidung entstanden, die sich sowohl in der Stadt als auch in der Natur tragen lässt. 

„Aus Alt macht neu“ lautet das Motto des Unternehmens.  Hier werden für die Herstellung der Funktionskleidung zum Beispiel Nylongarn aus alten Fischernetzen und Textilabfällen sowie Bio-Baumwolle oder Hanffasern verwendet. Auch ökologisch abbaubare Textilausrüstungen und Imprägnierungen werden angeboten. 

Handgefertigt werden die Produkte im Norden Kroatiens. Alle verwendeten, nachwachsenden Rohstoffe stammen hauptsächlich aus Europa und sind bluesign zertifiziert. 

  • Jan 'N June

Anna und Jula haben im Jahr 2013 in Hamburg ein nachhaltiges Modelabel gegründet mit dem Ziel nachhaltige Mode, die überzeugt und erschwinglich ist. Ihre Eco-Mode hat einen minimalistischen und erfrischenden Stil. 

Die ganze Kollektion wird in Polen in einem Familienbetrieb hergestellt. Der persönliche Kontakt und die langjährige Beziehung sind ihnen dabei sehr wichtig bei der nachhaltigen Produktion.

Für ihre Produkte verwenden sie nur recycelte und GOTS-zertifizierte Materialien  und die genaue Herkunft jedes Produkts ist per QR-Codes einsehbar.

  • Deepmello

Die Kollektionen des Labels Deepmello sind zeitlos, dabei individuell und minimalistisch.

Sie haben sich auf die Verarbeitung eines speziellen Materials spezialisiert, Rhabarberleder. Produziert wird zu 100% in Deutschland, vom Anbau der Rhabarber bis zur Verarbeitung des Endproduktes. 

Wo die konventionelle Ledergerbung umweltschädliche Chromsalze einsetzt, werden die Lederprodukte von Deepmello pflanzlich gegerbt.

Nebst dem Rhabarberleder arbeiten sie mit natürlichen Materialien, die alle GOTS und / oder nach IVN Richtlinien hergestellt sind.

  • Grey Fashion Berlin

GREY Fashion aus Berlin hat einen einzigartigen Stoff aus isländischen Algen- und Zinkfasern entwickelt, der Vitamine und Mineralien auf die Haut abgibt und sie pflegt. Zusätzliche Hautpflege wird hier überflüssig.

Ihr Angebot umfasst Shirts und Unterwäsche für die Frau.  Das Farbkonzept orientiert sich dabei an ihrem Namen, nämlich durchgehend in grau.

Die verwendeten Materialien stammen aus Deutschland und Europa, wo sie auch ihre Kollektionen produzieren. Umweltbewusstsein steht dabei im Vordergrund: Die verwendeten Fasern bestehen aus Rohstoffen, die umweltfreundlich, ressourcenschonend und biologisch abbaubar sind.

  • Ethletic

Ethletic brachte 2010 der weltweit den ersten Sneakers auf den Markt, der mit dem Fairtrade-Gütesiegel für fair gehandelte Biobaumwolle ausgezeichnet wurde und gewannen 2016 sogar den Fairtrade Award In der Kategorie Herstellung.

Für die Herstellung ihrer veganen Turnschuhe und modischen Alltagsschuhen werden nur 100 Prozent Fairtrade-Biobaumwolle und FSC-zertifizierter Naturkautschuk verwendet.

Produziert werden die Schuhe in Sri Lanka, Indien und Pakistan. Das Unternehmen liefert vor Ort einen wichtigen Beitrag  zur nachhaltigen Entwicklung in diesen Regionen, die von Krisen und Gewalt gezeichnet sind.

  • Laimer

Laimer, ein Unternehmen aus dem Südtirol, bringt einzigartige Uhren, Sonnenbrillen und Schmuck aus Holz im klassischen und modischen Design auf den Markt. 

Dabei erhält man selbstverständlich immer ein Unikat, denn kein Stück Holz gleicht dem anderen und jedes hat seine ganz eigene Geschichte.

Alle Uhrenmodelle werden ausschliesslich mit Resten von FSC–zertifiziertem Holz aus der Möbelindustrie hergestellt. Sie setzen dabei auf nachhaltige, naturnahe Waldwirtschaft, die sich zudem durch hohe Sozialstandards und schonende Ressourcennutzung auszeichnet.